Monday, June 19, 2006

Wenn das der Führer wüßte

Thomas Brussig, er schrieb das Drehbuch zum Film Sonnenallee, vermeldet in der Süddeutschen Zeitung ein Wunder, ein deutsches: "Stolz auf Deutschland zu sein, ohne auch nur ansatzweise zum Nazi zu mutieren - es geht. Oh, welches Wunder! Es ist die Erfahrung einer durchgehenden deutschen Harmlosigkeit, die es mir erlaubt, jetzt auch mal fähnleinschwenkend zu feiern."

Der "heutige Patriotismus" - AFP berichtet vom harmlosen Jungvolk, daß es nicht mehr totschlägt, sondern nur zusammen: "In Berlin ist eine 27-jährige Afrikanerin von sechs Jugendlichen überfallen worden. [..] Zwei der Angreifer schlugen ihr demnach mit der Hand ins Gesicht, während ein anderer ihr mehrmals mit dem Knie in den Bauch stieß." - "wird sich vom alten Patriotismus [..] unterscheiden".

Und zwar "in dem Maße [..], wie das heutige Deutschland" sich vom alten unterscheidet. "Und so hat auch die jetzige Fußballweltmeisterschaft mit den Olympischen Spielen von 1936" - er meint: "Das Ansehen Deutschland ist", natürlich ganz anders als 1936, "sensationell." - "so viel gemein wie Beckenbauer mit Hitler, wie Sönke Wortmann mit Leni Riefenstahl." Die nie eine Nazibraut gewesen sein wollte.

Gut, daß der Sönke Wortmann nichts mit ihr gemein hat und der "neue Patriotismus" nichts mit ihrem. Nur: Was bedeutet das für den Patrioten "neuer Prägung"?

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