Umzug
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"Als vor zwei Monaten der UN-Menschenrechtsrat in Genf seine Arbeit aufnahm, proklamierte Generalsekretär Kofi Annan eine 'neue Ära der Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen'. Er forderte die Mitglieder zu einem 'klaren Bruch mit der Vergangenheit' auf und mahnte eine 'Kultur der Kooperation und der Einstandspflicht, inspiriert durch reife Führungskraft' an. Genau diese reife Führungskraft sprachen damals die meisten Kommentatoren den USA ab, welche gegen die Einsetzung des neuen Rats votiert hatten. [..]
In den vergangenen beiden Monaten hat die Mehrheit der Mitglieder des neuen Gremiums alles getan, Annans Mahnungen in den Wind zu schlagen und Boltons Befürchtungen zu bestätigen. Die bisherige Bilanz des Menschenrechtsrats ist beschämend. [..]
Schon in seiner ersten Sitzung beschloss die Mehrheit des Rates, dass Israel künftig Thema jeder regelmäßigen Sitzung sein soll, als einziger von allen Staaten der Welt. Zwei weitere in Sondersitzungen verabschiedete Resolutionen verurteilen Israels Menschenrechtsverletzungen im Gaza-Streifen und im Libanon - ohne auch nur mit einem Wort die Hamas oder die Hisbollah, deren Aktivitäten oder Israels Recht auf Selbstverteidigung zu erwähnen. Beschämend ist auch, dass dies die bislang einzigen Resolutionen des Rates zu Situationen in einzelnen Ländern sind. Sondersitzungen oder Resolutionen zu Darfur, zum Kongo, Tschetschenien, Birma oder Somalia? Fehlanzeige.
Nach der jüngsten Resolution verurteilten nun auch Menschenrechtsorganisationen den neuen Rat, die über den Verdacht der Israelfreundlichkeit erhaben sind. Human Rights Watch bezeichnete die 'einseitige und politisierte Resolution' als 'Schlag gegen seine Glaubwürdigkeit und eine Abdankung seiner Verantwortung, die Menschenrechte aller zu schützen'. Amnesty International bedauerte, die Resolution habe es versäumt, 'die vom Menschenrechtsrat erwarteten Prinzipien der Unparteilichkeit und Objektivität zu beachten'. [..]
Anders als bei der UN-Menschenrechtskommission sollte es nicht Jahrzehnte des Verfalls bedürfen, bis das Gremium auch offiziell diskreditiert und delegitimiert wird. Ohne einen radikalen Kurswechsel in Genf wird die Welt weiter auf die Gründung eines UN-Menschenrechtsgremiums warten müssen, das sich seines Namens sowie der Grundwerte der Vereinten Namen als würdig erweist."
(Thorsten Benner: Kumpanei der Unterdrücker, in: Süddeutsche Zeitung 02.09.2006, S. 2)
"Auch bei news4kids wird natürlich über aktuelle Ereignisse unvoreingenommen berichtet. Leider können wir aufgrund unserer beschränkten Ressourcen aber nicht über jede Entwicklung im Nahen Osten berichten."