Übertragungsprobleme
Der SPIEGEL hat es schon immer gewußt, jetzt hat die Online-Redaktion des "deutschen Nachrichtenmagazin" einen gefunden, der es ihr bestätigt. "Israels Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen, glaubt der israelische Historiker Tom Segev. Die Regierung habe nur auf einen Anlass gewartet." Ehud Olmert nämlich, hat der Historiker dem SPIEGEL herausgefunden, "ist ein schwacher und zudem ein unpopulärer Politiker."
Und deshalb hat er auch schon lange eine "Militäroffensive" geplant - vermutlich sich sogar mit Hamas und Hisbollah abgesprochen? - mit dem einen Ziel: "Jetzt versucht er, ein väterlicher und beliebter Anführer zu werden, präsentiert sich als Premier, der das Volk in einem unvermeidbaren Krieg führt." Ob ihm das gelingen wird? "Vielleicht ja. Es kommt auf das Resultat der Krise an. Günstig läuft es für ihn aus, wenn Israel keine oder nur wenige Verluste zu beklagen hat."
Die nächste Frage im Interview geht so: "Derzeit ist in Israel kaum Kritik an der Regierung zu hören. 80 Prozent unterstützen das Vorgehen im Libanon. Woran liegt das?" Und die Antwort, die die Redakteure sich wünschten:
Doch das wollte offenbar nichtmal mehr Tom Segev unterschreiben und zwang SPIEGEL online deshalb, ein "Übertragunsproblem" zu erfinden:
Und deshalb hat er auch schon lange eine "Militäroffensive" geplant - vermutlich sich sogar mit Hamas und Hisbollah abgesprochen? - mit dem einen Ziel: "Jetzt versucht er, ein väterlicher und beliebter Anführer zu werden, präsentiert sich als Premier, der das Volk in einem unvermeidbaren Krieg führt." Ob ihm das gelingen wird? "Vielleicht ja. Es kommt auf das Resultat der Krise an. Günstig läuft es für ihn aus, wenn Israel keine oder nur wenige Verluste zu beklagen hat."
Die nächste Frage im Interview geht so: "Derzeit ist in Israel kaum Kritik an der Regierung zu hören. 80 Prozent unterstützen das Vorgehen im Libanon. Woran liegt das?" Und die Antwort, die die Redakteure sich wünschten:
"Es herrscht eine Atmosphäre von Rache, es kommt eine Feindseligkeit gegenüber der Bevölkerung in Beirut zum Vorschein. Die Hisbollah hat uns alle überrascht. Haifa ist ja kein Ort, der beschossen werden sollte - das sind wir eher von den Ortschaften an der Grenze zum Libanon gewohnt. Aber Haifa liegt ja mitten im Land. Es gibt also gute Gründe, sehr ärgerlich zu sein über die Hisbollah und deren Chef Hassan Nasrallah. Das ist eine echte Empörung."Er hätte so schön ins deutsche Feindbild gepaßt, der hinterhältige Jude, der einfach nur noch Rache übt und deshalb Beirut - geplant war es bekanntlich schon lange - in Schutt und Asche bombt, vielleicht sogar noch ein paar Deutsche auf der Flucht trifft ...
Doch das wollte offenbar nichtmal mehr Tom Segev unterschreiben und zwang SPIEGEL online deshalb, ein "Übertragunsproblem" zu erfinden:
"Korrektur: Aufgrund eines Übertragungsproblems hat sich in der vierten Antwort von Herrn Segev ein Fehler eingeschlichen. Dort hieß es zunächst: 'Es herrscht eine Atmosphäre von Rache, es kommt eine Feindseligkeit gegenüber der Bevölkerung in Beirut zum Vorschein.' Tatsächlich sprach Herr Segev aber davon, dass 'keine Atmosphäre von Rache' herrsche, und 'keine Feindseligkeit gegenüber der Bevölkerung in Beirut' zum Vorschein komme. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen."Wenn SPIEGEL online dem Juden vergibt, daß er nicht so ist, wie sich das eine Hamburger Redaktion ausdenkt.

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